Vor der Kirche San Stae, direkt an einem der großen Kanäle der Stadt, wurde ein
kleiner Radiosender gelötet. Der Sender ist so konzipiert, dass er kleine
Geräusche und Erschütterungen überträgt. Er wurde in einer Plastikkugel
wasserdicht befestigt und in den Kanal ausgesetzt.
Auf einer UKW - Frequenz überträgt der Radiosender die Töne des Wassers in den
Äther Venedigs. Das Senden der Töne des Wassers, in die Luft rückt das
alltägliche Vorhandene neu ins Bewusstsein. Klänge der Motorboote, in Venedig
fungieren sie als Taxis, die der Gondoliere und des regulären Schiffsverkehrs
sind Teil dieser Stadt. Da die Geräusche größtenteils unter Wasser stattfinden,
werden sie als Begleiterscheinung wahrgenommen und sind doch typisch und für
diese Stadt stellvertretend. Die Erschütterungen werden vom Sender in der Jetzt
- Zeit übertragen.
Diese Klänge sind ein aktueller, unverfälschter Bericht über den Zustand einer
Stadt die ohne ihre Wasserstraßen nie zu einer solchen Vormachtstellung in der
Geschichte gelangt wäre. Sie erzählen neben dem Prunk der Biennale davon, worauf
die Stadt gebaut ist: Wasser.
Der Sender schickt die Töne unabhängig davon, ob ihn jemand hören kann in den
Äther. Er ist ein souveränes Medium. Die Theorie der souveränen Medien geht
davon aus, dass das Medium sich selbst genügt, es richtet sich nicht mehr
explizit an ein Publikum und muss keiner Zielgruppe gerecht werden.
Bei dem Wasserprogramm wird es eher zufällig geschehen, dass ein Radiohörer auf
die Frequenz des Senders stößt, aber wenn - was passiert dann ?
Die Arbeit wurde zur Grundlage einer Radiosendung zum Thema Wellen Venedigs, in
der auch die Radioarbeit des Finnischen Pavillions und die Klanginstallation der
Schweitzer Künstler Möslang und Guhl auf der Biennale besprochen wurde.